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Die Logistikbranche - Endlich zurück in die Erfolgsspur

Wie die Elektromobilität und Autonomes Fahren Imageprobleme und Nachwuchs-Mangel lösen könnten

Beitrag von Eduardo Max | 09. November 2020 | Berlin

B&S OnlineMagazin - Betriebe und Sicherheit

Die Zeichen in der Logistik-Branche stehen seit Jahren auf Sturm. Die Corona-Krise und die bekannten soziodemografischen Veränderungen haben die elementaren Probleme der Branche weiter verschärft. Wieso es dringend Problemlösungen bedarf und wie diese aussehen könnten, wird in diesem Artikel näher betrachtet.

Imageprobleme und Nachwuchs-Mangel plagen die Logistik-Branche in Deutschland

Obgleich es mit 60.000 offenen Arbeitsplätzen für Lastwagenfahrer nicht an Vakanzen für den deutschen Raum mangelt, so können seit Jahren die offenen Stellen kaum nachbesetzt werden. Neben der oftmals zu schlechten Bezahlung unterliegt die Logistik-Branche einem grundlegendem Imageproblem, denn die Branche gilt vielen nach wie vor als altbacken und damit unsexy. Das dies in der Realität längst nicht mehr bei allen Unternehmen der Fall ist, nützt der Branche bisher wenig und die zusätzlichen Probleme die in Zeiten des massiv wachsenden Onlinehandels aufkommen lassen die Unternehmen bis an die Belastungsgrenze ächzen. Der Warenverkehr ist mit dem Corona-Jahr 2020 regelrecht explodiert und verstärkt die Probleme dermaßen, dass diese selbst durch das große Engagement der vielen Mitarbeiter aus diesem Bereich kaum noch verbergen lässt. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher vom "Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung", ging bereits im Juli 2019 so weit, in einem Spiegel-Interview von einem Versorgungskollaps zu sprechen, wenn es der Branche nicht gelänge, mehr Nachwuchs für ihre Zwecke anzuwerben. Tatsächlich seien die knapp 560.000 in Deutschland angestellten Speditions-Mitarbeiter im Schnitt älter als 50 Jahre. Des Weiteren gehen jedes Jahr 30.000 von ihnen in Rente. Die wichtigsten Gründe für die massiven Probleme bei der Stellenbesetzung seien laut Engelhardt vor allem schlechte Arbeitsbedingungen und die geringe soziale Prestigeträchtigkeit des Berufs, der viele Arbeitssuchende im Vorhinein abschrecken würden.

Lkw der Logistikbranche

Die Zeichen in der Logistikbranche stehen auf Sturm.
Quelle: lassedesignen | Shutterstock

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Corona erhöht den Branchendruck zusätzlich

Die ohnehin schon gebeutelte Branche gerät durch die Corona-Krise noch zusätzlich unter Druck. Die erheblich gestiegene Warenmenge durch stark zunehmende Onlineeinkäufe der Menschen sorgen für einen steigenden Leistungsdruck auf die vorhandenen Mitarbeiter, da das Personal nicht im Ansatz mit wächst. Die zusätzlichen Umsätze werden in großen Teilen durch die hohen Zusatzkosten für Desinfektions- und Schutzmaßnahmen aufgefressen.

Zu allem Überfluss machen den Mitarbeitern, die Ware durch das Land fahren oder aber Pakete ausliefern, die restriktiven Maßnahmen vieler bei Gaststätten, Tankstellen oder Beherbergungsbetrieben zu schaffen, denn für viele Fahrer wird schon ein hygienischer Toilettengang zum Problem, von Körperhygiene bei den Mitarbeitern auf Langstrecke ganz zu schweigen. Die in der Vergangenheit nicht gelösten Probleme potenzieren sich in Zeiten der Krise um ein Vielfaches. Unternehmen der Branche, auf die viele Menschen mehr denn je angewiesen sind, laufen vielerorts Gefahr die Kontrolle über das Geschehen zu verlieren.

Logistikbranche Corona

Neben den normalen Schutzmaßnahmen, wie z.B. für Masken und Hilfsmittel sorgt der Desinfektionsschutz für hohe Kosten, die nur mit starker Verzögerung oder gar nicht auf die Kunden umgelegt werden können.
Quelle: BBSTUDIOPHOTO | Shutterstock

Die Branche muss sich anpassen - Autonomes Fahren und Elektromobilität könnten der Ausweg sein

Die hohen Klimaziele der Europäischen Union und der Bundesregierung sind für die Logistikunternehmen Fluch und Segen zugleich. Zum Einen ist es nicht möglich, sich den daraus resultierenden Anforderungen zu entziehen, was neue Mobilitätskonzepte und hohe Investitionen erfordert, zum Anderen bietet die Veränderung aber auch die Möglichkeit eine gesamte Branche auf ein zukunftsfähiges, umweltfreundliches Fundament zu stellen, was auch dem Image zuträglich sein dürfte. Bis 2050 haben die Unternehmen nach derzeitiger Lage Zeit sich entsprechend anzupassen. Auf den ersten Blick scheint dieses Jahr noch in weiter Ferne, aber der Wandel bedeutet für Unternehmen hohe Ausgaben für neue Fahrzeuge und Investitionen in eine entsprechende technische Infrastruktur. Firmen, die diesen Weg nicht rechtzeitig einschlagen, laufen Gefahr die Konkurrenzfähigkeit zu verlieren oder sogar den Betrieb nicht fortführen zu können. Die Lösungsansätze sind vielfältig, jedoch sind die Themen Elektromobilität im Lkw-Verkehr und autonomes Fahren besonders vielversprechend.

Die geringe Personaldecke bleibt das Kernproblem

Doch wie lässt sich diesen enormen Problemen der Logistikbranche begegnen? Kernproblem ist nach wie vor die zu geringe Personaldecke, die dem boomenden Warenverkehr kaum noch gewachsen ist. Während zu Beginn des Lkw-Fernverkehrs noch 2 Fahrer im Führerhaus Platz nahmen, so ist bereits seit vielen Jahrzehnten nur noch ein Fahrer an Bord. Doch durch die Umstellung auf die 1-Mann-Besatzung schoss die Anzahl der auf Übermüdung und Überlastung zurückzuführenden Zwischenfälle förmlich durch die Decke. Viele schwere Verkehrsunfälle mit Lkw-Beteiligung, die in Tunneln und an Stauenden für verstörende Bilder sorgten, zwangen die Politik zu handeln. Die harten Kontrollen bezüglich Lenkzeiten entschärften zwar die Unfallgefahr, sorgten aber parallel dafür, dass der Druck in der Branche wieder anstieg. Konsequenz ist, dass mittlerweile viele osteuropäische Fuhrunternehmen und Fahrer auf Deutschlands Straßen unterwegs sind und nicht immer mit verkehrstüchtigen Fahrzeugen und Anhängern. Dennoch fehlen in der Branche allein tausende Fahrer. Bis Ende des Jahrzehnts sollen laut Branchenkennern insgesamt bis zu 185.000 Fachkräfte fehlen.

Müdigkeit und Überlastung in der Logistikbranche

Müdigkeit und Arbeitsüberlastung sind in der Logistikbranche keine Seltenheit.
Quelle: Aleksandar Malivuk | Shutterstock

Autonome Lkws würden sich schnell rechnen, aber die bisherige Joblandschaft ändern

Wer würde nicht gerne es auf einer Party mal richtig krachen lassen und sich dann entspannt ins Auto setzen, um sich autonom nach Hause fahren zu lassen. Autonome Fahrzeuge im Privatgebrauch wären aber, egal wie man es dreht und wendet, vor allem eine Frage der persönlichen Bequemlichkeit. Das Interesse an der autonomen Fahrtechnik hat in der Logistikbranche vor allem gewichtige finanzielle Gründe. Eine Technik, die keine Ruhezeiten, Pausen oder Arbeitsschutzbestimmungen kennt und zudem 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche arbeiten kann, übt auf die Geschäftsführungen von Logistikunternehmen einen großen Reiz aus. Insbesondere würde es auf einen Schlag die Probleme der Stellenbesetzung nachhaltig lösen - denn es gibt als Fahrer keine mehr. Es würde dafür Manager und Techniker geben, die das selbstfahrende System planen, steuern und technisch betreuen. Aber dafür braucht es viel weniger Angestellte aber dafür zunehmend Hochqualifizierte - ein Trend der sich auch in vielen anderen Branchen abzeichnet. Umschulungen wären eine Option, um die Fahrer in neue Tätigkeiten zu integrieren. Es steht aber außer Frage, dass dies wohl eher die wenigsten sein werden, die diesen Schritt schaffen werden. Zu groß ist der Sprung zwischen den Berufsfeldern. Dennoch erscheint die Entwicklung allein schon aus Umweltgründen alternativlos. Denn wenn die Lkw permanent fahren, dann braucht es weniger davon. In Kombination mit der Elektromobilität könnte so eine Branch ein in kurzer Zeit den Schritt von der Co2-Schleuder zum grünen Vorbild vollziehen.

Autonomes Navigieren Lkw im Straßenverkehr

Autonome Fahrzeuge brauchen hochqualifizierte Manager und Techniker, allerdings keine Fahrer mehr. Ein Großteil der einfacheren Arbeitsplätze würde weg.
Quelle: metamorworks | Shutterstock

Autonomes Fahren kämpft noch mit technischen und organisatorischen Hürden

Ein autonom fahrender Lkw rauscht durch technisches Versagen mit einem Mordstempo in ein Stauende und verursacht einen schweren Verkehrsunfall. Die Frage, die sich dann stellt. Wer bezahlt den Schaden an Mensch und Material? Auch wenn mit den leistungsfähigen technischen Lösungen die Unfallgefahr deutlich sinken dürften, da menschliches Versagen ausgeschlossen wäre, so macht dieses eine Beispiel deutlich, woran es bisher hapert. Autonomes Fahren schafft neue Fragen und Konstellationen, die nicht nur beantwortet werden müssen, sondern für die es einer rechtssicheren Grundlage bedarf. Zudem ist die Technik nach wie vor in der Erprobung und muss die Alltagstauglichkeit erst noch beweisen. Während auf der Autobahn autonome Trucks sehr logisch erscheinen, so graut manchen Verkehrsteilnehmer der Gedanke, dass er im unübersichtlichen Innenstadtverkehr vollautomatische Sattelzüge tonnenschwer neben sich weiß. Das neben sicheren technischen Lösungen vor allem auch die Akzeptanz in der Bevölkerung erreicht werden muss steht außer Frage. Damit das Funktionieren kann ist es wichtig, dass die Politik weiterhin an klaren rechtlichen Rahmenbedingungen arbeitet und die Anbieter der technischen Lösungen diese weiterhin forcieren.

Autonomes Fahren Lkw

Bis kein Fahrer mehr am Steuer sitzt ist es noch ein weiter Weg. Bis dahin könnte aber die autonome Fahrerunterstützung die Lenkzeiten verlängern.
Quelle: Scharfsinn | Shutterstock

Trucks mit alternativen Antrieben sind der richtige Schritt in die Zukunft

Ebenso wie der öffentliche Personennahverkehr und die private Mobilität sind auch Speditionen und ihre Lastwagen-Flotten den Regelungen des seit 2019 beschlossenen „Klimaschutzprogramm 2030“ untergeordnet, welches den immer höher werdenden Emissionsproblemen der industrialisierten Nationen zuvorkommen soll. Ein Umstieg auf E-Trucks ist also nicht länger nur eine Frage der persönlichen Moral, sondern ein festes Ziel, welchem alle Stränge der Verkehrsindustrienachzukommen haben. Bis 2050 ist ein Antrieb per emissionsfreier Energiezelle sogar Pflicht, um überhaupt am Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen.

E-Mobilität Ladestation Lkw

Die E-Mobilität wird in der Logistik Einzug erhalten, denn die Umweltauflagen steigen ständig.
Quelle: Chesky | Shutterstock

Der Gewaltmarsch der Branche poliert das Image und fordert Verluste

Dass alteingesessene Speditionen, Paketdienste und andere Firmen aus der Logistiksparte unter einem eher angestaubten Image des rustikales Gewerbes leiden, könnte insofern bald vorbei sein. Zwar sind die Einflüsse der Digitalisierung, des Internets sowie einer zunehmend globalisierten Welt auch schon vorher nicht an den Unternehmen der Branche spurlos vorbeigegangen, es ist jedoch kein Geheimnis, dass der z.B. Speditionsberuf immer noch weniger „hip“ angesehen wird, als eine Anstellung innerhalb der IT-Branche oder einem Start-Up-Unternehmen. Doch die Wahrnehmung ändert sich. Vielen Menschen wurde vor allem in der Corona-Krise bewusst, was die Unternehmen jeden Tag für das Funktionieren unseres täglichen Lebens leisten müssen. Vor allem das Unternehmen Amazon ändert dabei mit seiner Strahlkraft die Wahrnehmung für potentielle Arbeitskräfte, denn die logistische Perfektion, die der Platzhirsch an den Tag legt, gepaart technischen Hightech-Lösungen, gilt vielen dann doch als "hip" und sorgt dafür immer mehr Hochqualifizierte sich für diesen Berufszweig interessieren. Der Logistikriese setzt damit aber auch die Branche unter Druck, denn wer dieses hohe Tempo nicht mitgehen kann oder will, wird diesen Gewaltmarsch nicht überleben oder sich mit Nischen zufrieden geben müssen. Der zukunftsträchtige Umstieg auf alternative Antriebsmöglichkeiten, zu welchen auch die E-Mobilität zählt, ist daher Pflicht, Imagegewinn hin oder her.

Thementicker zur E-Mobilität in Transport- und Logistikbranche

Der ACEA fordert ein schnelleres Handeln der EU im Bezug auf alternative Ladestrukturen

97 % der zugelassenen Lkw sind nach wie vor Dieselfahrzeuge

Um die Ausweitung alternativ betriebener Fahrzeuge innerhalb der EU voranzutreiben, hat der Dachverband der europäischen Fahrzeughersteller (ACEA) die EU dieses Jahr aufgefordert, verbindliche Ziele für die Errichtung von E-Ladestationen sowie Wasserstoff-und Erdgastankstellen zu verabschieden. Laut ACEA werde die überwältigende Mehrheit von 97,7 % der in Europa verkauften LKWs in Europa noch immer per Diesel betrieben. Weiterhin gab der Dachverband zu verstehen, dass bis 2030 mindestens 200.000 E-Lastwagen im Betrieb sein müssten, um die für diesen Zeitraumveranschlagten CO2-Vorstellungen der Politik zu erfüllen. Zum Vergleich: 2019 wurden 700 E-LKWs in den Einsatz genommen –auch diese Information stellte der ACEA zur Verfügung. Damit der Verkauf von Lastwagen mit alternativem Antrieb gefördert werde, müssten laut Schätzung des Dachverbands 90.000 öffentliche E-Ladestationen errichtet werden. Dies könne allerdings nur dann geschehen, wenn sich der europäische Bund auf feste und vor allem verbindliche Regelungen einige.

Daimlers Beitrag zur Etablierung einer Ladeinfrastruktur für E-Trucks

Die „eTruck Charging Initiative“

Um Speditionen und der Lastwagen-Industrie die Aufrüstung in Richtung E-Mobilität zu erleichtern, hat sich die E-Mobility Group von Daimler Trucks & Buses dazu entschieden, die „eTruck Charging Initiative“ ins Leben zu rufen. Primärer Fokus sei es hierbei, Ladestationen auf Betriebshöfen von LKW-Kunden zur Verfügung zu stellen, um auf diese Weise den Grundstein für eine angemessene und weltweite E-Ladeinfrastruktur zu legen. Diese Bemühungen konzentrieren sich zunächst noch auf den europäischen und amerikanischen Raum. Laut Daimler soll die Initiative E-LKW-Kunden, Stromnetzbetreiber, Energieversorger sowie Lade-Hardwarehersteller und -Softwarebetreiber zusammenbringen, um gemeinschaftlich eine infrastrukturelle Lösung zu erarbeiten. Ziel sei es hierbei auch, Standard-Konzepte zu entwickeln, mit denen gängige Ladeprofile der Elektromobilitäts-Branche abgedeckt werden sollen. Hiervon wird sich neben schnelleren Genehmigungsverfahren seitens der Netzbetreiber auch eine verringerte Planungszeit der Energieversorger erhofft.